Existenzgründungen aus der Hochschule
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat 100 akademische Existenzgründungen untersucht. Im Ergebnis zeigt die Studie, dass es in Deutschland viel zu wenige Gründungen aus Forschung und Hochschule gibt. Grund ist vor allem eine unzureichende Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft.

Jedes Jahr gründen sich in Deutschland rund 250.000 Unternehmen, die ins Handelsregister eingetragen werden. Doch die Zahl der Gründungen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen beträgt im Schnitt nicht einmal ein Prozent dieser Einträge. Auch die Patente, die von deutschen Hochschulen angemeldet werden, sind verschwindend gering. Im Jahr 2006 waren es insgesamt 645 Patente, allein die Siemens AG schaffte hingegen 1.500 Patente.
Die meisten Unternehmens, die sich aus der Forschung heraus gründen, sind GmbH’s, die aus fünf bis sieben Mitarbeitern bestehen. Nur selten finden sich auch AGs mit mehr als 100 Beschäftigten. Gegründet wird vor allem in den Bereichen Biotechnologie, Medizin, Informatik, Verfahrenstechnik, Verkehr und Logistik. Vor allem Professoren, Institutsleiter und wissenschaftliche Mitarbeiter starten die Spin-Offs.
Da der Staat besonderes Interesse an Gründungen aus der Forschung hat, werden gut zehn Milliarden Euro öffentliche Forschungsfinanzierung aus dem Bundeshaushalt gegeben, um einen entsprechenden Boden für die wirtschaftliche Umsetzung von Forschung zu schaffen. Zahlreiche Förderprogramme wie „Pakt für Forschung“, „High-Tech-Gründerfonds“, „Initiative Partner für Innovation“ und „Go-Bio“ erleichtern Hochschulabsolventen und Mitarbeitern der Hochschulen die Existenzgründung. Doch der Erfolg bleibt gering.
Ursache dieser Zurückhaltung, die für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland sehr schädlich ist, ist die mangelnde Zusammenarbeit von staatlichen Hochschulen und Wirtschaft. In Deutschland werden die Universitäten gegenüber ökonomischen Ansprüchen geschützt, außerdem führen erwirtschaftete Gewinne dazu, dass die staatliche Förderung gekürzt wird.
Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung und Wissenschaft sind die Max-Planck-Institute, die Wissenschaftlern sehr gute Möglichkeiten bieten. Auch die weitere außeruniversitäre Forschungslandschaft ermöglicht konstruktive innovative Projekte, die bessere Voraussetzungen zur Erprobung in der Praxis bieten als die hermetisch abgeschlossenen Unibversitäten.
Quelle: subventionen.de