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News vom 29.09.08

Finanzierung von Kleinstunternehmen

Startkapital bei Finanzierung von Kleinstunternehmen benötigt

Viele Gründerinnen und Gründer machen sich mit einem kleinen Unternehmen selbständig oder gründen im Nebenerwerb. Sie benötigen, wenn überhaupt, nur wenige Tausend Euro als Startkapital. Das Problem ist: Bei diesen geringen Summen lohnt es sich für Banken und Sparkassen kaum, Kreditanträge zu bearbeiten. Und wenn doch, muss der Antragsteller oft bankübliche Sicherheiten wie Bankguthaben oder Lebensversicherungen zur Verfügung stellen. Trotz oder gerade wegen des geringen Kapitalbedarfs, haben viele Kleingründerinnen und Kleingründer Schwierigkeiten, genügend Startkapital aufzubringen. Sie sollten sich daher über die speziell für sie entwickelten Finanzierungsmöglichkeiten, so genannte Microlending-Angebote, informieren. Dazu gehört zum Beispiel der Mikrofinanzfonds Deutschland. Mikrofinanzfonds Deutschland, er erleichtert Gründerinnen, Gründern und jungen Unternehmen den Zugang zu Kleinstkrediten und unterscheidet sich von anderen Existenzgründungsprogrammen vor allem durch die enge Verzahnung von Beratung und Finanzierung. Falk Zientz, Geschäftsführer des Mikrofinanzfonds Deutschland: "Der Fonds ermöglicht Kredite bis zu fünf Jahre nach der Gründung, wenn eine überzeugende Geschäftsidee vorhanden ist. Die Laufzeiten liegen bei etwa zwei Jahren, die Beträge bei durchschnittlich 8.000 Euro. Der Mikrofinanzfonds stärkt hierfür Gründungszentren oder andere Beratungsorganisationen, die Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmen beraten, begleiten und ihnen darüber hinaus Kleinstkredite vermitteln." Das Besondere ist: Banken, die mit dem Mikrofinanzfonds Deutschland kooperieren, werden zu 100 Prozent von den Kreditrisiken freigestellt und in der Kreditbetreuung entlastet. Finanziert wird der Mikrofinanzfonds übrigens aus Mitteln des ERP-Sondervermögens, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bereitstellt, sowie der KfW Bankengruppe, der GLS Bank und Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verwaltet werden. Anlaufstelle für Gründerinnen und Gründer sind die so genannten Mikrofinanzierer, die sich jeweils auf bestimmte Zielgruppen, wie beispielsweise Gründerinnen, junge Unternehmen usw. spezialisiert haben. Interessentinnen und Interessenten sollten daher zunächst prüfen, ob sich ein Mikrofinanzierer in ihrer Nähe befindet und welche Zielgruppen er anspricht. Nach Kontaktaufnahme mit einem Mikrofinanzierer, wird der Gründerin oder dem Gründer ein persönlicher Berater zur Seite gestellt. Der prüft den Stand der Gründungsvorbereitungen und wird bei Bedarf gemeinsam mit dem Gründer den Businessplan und ggf. weitere Unterlagen vervollständigen. In der Regel ist diese Beratungsleistung kostenpflichtig. Allerdings stehen hierfür sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene vielfältige Förderprogramme zur Verfügung, die oft einen erheblichen Teil dieser Kosten für eine solche Beratung erstatten. Auch darüber informieren die Beraterinnen und Berater der Mikrofinanzierer. Der erste Kredit darf nicht mehr als 10.000 Euro betragen. Überhaupt sollte die Kreditsumme nur so hoch sein, dass sie auch zurückgezahlt werden kann, wenn die unternehmerischen Aktivitäten nicht erfolgreich sind. Die Zinsbelastung liegt bei 10 Prozent pro Jahr und die Tilgung erfolgt in monatlichen Raten. Übrigens: Als Kreditsicherheit akzeptieren die Mikrofinanzierer auch kleine Einzelbürgschaften von Personen aus dem Verwandtschafts- und Bekanntschaftskreis oder von Geschäftspartnern. Um diese Bürgen müssen sich die Gründerinnen und Gründer selbst kümmern. Auch nach der Kreditvergabe bleiben Gründerin bzw. Gründer und Berater in enger Verbindung. Mit der Bewilligung des Kredits verpflichtet sich der Kreditnehmer für die gesamte Kreditlaufzeit an einem Monitoring teilzunehmen. Dabei muss er monatlich Basiszahlen zu Umsatz, Forderungen, Verbindlichkeiten und Kunden an seinen Berater übermitteln. Zeichnen sich erste Warnsignale ab, wird er eingreifen. Auf diese Weise lässt sich das Ruder noch rechtzeitig "herumreißen". Abgesehen davon kann sich der Jung-Unternehmer auch selbst jederzeit an seinen Berater wenden, um unternehmerische Fragen zu klären. Die regelmäßige Übermittlung der Daten ist übrigens ein "harter Punkt": Kommen Kreditnehmer dieser Verpflichtung nicht nach, kann dies zur Kündigung des Kredits führen. Mit der bisherigen Bilanz des Mikrofinanzfonds ist Falk Zientz zufrieden: "Seit dem Start im Jahr 2006 verdoppelte sich die Anzahl der vergebenen Kredite jährlich. Die Ausfallquote lag 2007 bei erfreulich geringen 4,6 Prozent. Neu ist das Angebot von flexiblen Kreditlinien, beispielsweise zur Finanzierung des Weihnachtsgeschäftes oder zur Vorfinanzierung eines Auftrages. Da die Alternative hierzu meist eine Kontoüberziehung ist, liegen die angebotenen 10 Prozent Zinsen unter dem Marktniveau." Hinweis: Der Mikrofinanzfonds Deutschland befindet sich bisher noch in einer Pilotphase und wird daher noch nicht bundesweit angeboten. Weitere Microlending-Anbieter Wer in seiner Nähe keinen akkreditierten Mikrofinanzierer des Mikrofinanzfonds Deutschland findet, kann sich auch nach einem privaten oder öffentlichen Microlending-Anbieter erkundigen. Kommunen, wie die Stadt Göttingen mit dem GöBi-Fonds oder Paderborn mit seinem Gründerfonds finanzieren Kleinstvorhaben genauso wie einige Gründernetzwerke. Dazu gehören zum Beispiel das Rheinhessische Gründernetzwerk oder das Emscher-Lippe Gründungsnetzwerk. Darüber hinaus bieten auch die Bundesländer Kleindarlehen in verschiedenen Varianten an. Für Kleingründungen gibt es auch das KfW-StartGeld der KfW Bankengruppe, das über die Bank oder Sparkasse beantragt wird und einen Kapitalbedarf von immerhin 50.000 Euro abdeckt. Leasing Darüber hinaus sei auch ein Finanzierungsmix möglich, so Ralf Stolarski. Er ist Vorstandsmitglied der MONEX Mikrofinanzierung Baden-Württemberg e. V. und geprüfter Rating-Analyst/Rating-Advisor beim Rating and Finance Institute Steinbeis Transfer Institut Berlin: "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass man eine Mikrofinanzierung aus dem Mikrofinanzfonds Deutschland und Kleinleasing zu einem Finanzierungsmix verknüpft und die Mikrofinanzorganisationen hierfür als Berater und Partner dienen." Anstatt über ein Darlehen notwendige Geräte, Maschinen oder Kfz anzuschaffen, können Gründerinnen und Gründer fast alle Güter, die sie benötigen, um ihr Unternehmen zu führen, auch leasen. Der Leasingnehmer zahlt eine bestimmte monatliche Gebühr und möglicherweise eine Leasingsonderzahlung und erhält im Gegenzug das gewünschte Objekt. Dabei übernimmt er ganz bestimmte Rechte, Risiken und Pflichten. So kann es sein, dass beispielsweise für Beschädigungen haftet und Reparaturen oder Instandhaltungen ausführen muss. Die Leasinggesellschaft, die das Leasingobjekt vermietet, bleibt in jedem Fall juristische und wirtschaftliche Eigentümerin des Objekts. Leasingnehmer und -geber können vereinbaren, dass nach Ablauf der Grundmietzeit das Objekt an den Leasinggeber zurückfällt;der Leasingnehmer das Objekt zu einem geringen Restbuchwert, z. B. zehn Prozent, kaufen kann ("Kaufoption");der Leasingnehmer die Leasingzeit verlängern kann (reduzierte Rate). Leasing bietet verschiedene Vorteile: Der Leasingnehmer verfügt ab der ersten Leasingrate über ein Produkt oder ein Objekt, das er nicht im Voraus bzw. ab dem Zeitpunkt der Nutzung komplett bezahlen muss. Idealerweise können die Leasingraten aus den Erträgen, die das Leasinggut erwirtschaftet, bezahlt werden. Einige Leasinggesellschaften bieten Zusatzleistungen an, z. B. Wartungs- und Versicherungsverträge oder Softwareservice. Die Kosten für diesen Service sind in entsprechend höheren Leasingraten enthalten. Leasing bietet auch Steuervorteile, allerdings greifen diese bei Kleingründern oder bei Existenzgründern in der Anfangsphase kaum, da bei ihnen in der Regel nur geringe, wenn überhaupt, Steuern anfallen. Ob im konkreten Fall eine Leasingfinanzierung tatsächlich günstiger ist als eine Kreditfinanzierung, sollte über eine Vergleichsrechnung festgestellt werden. Ralf Stolarski empfiehlt dazu Existenzgründungsberater und Beratungseinrichtungen, "dann können diese Überlegungen gleich in den Geschäftsplan mit einfließen und entsprechende Aktivitäten in Richtung Angebotseinholung angestoßen werden". Es gebe aber auch freie Leasingvermittler, die mit unterschiedlichen Leasinggesellschaften zusammenarbeiten und das optimale Leasingangebot erarbeiten können. Das Ergebnis hängt zum Beispiel davon ab, ob das Objekt letztlich gekauft werden soll, wie lang die Nutzungsdauer ist, wie hoch die Leasingraten sind oder auch der Ausgestaltung des Leasingvertrags. Grundsätzlich aber, so Stolarski, sei eine Leasingfinanzierung immer etwas teurer sein als eine Kreditfinanzierung, da die Leasinggesellschaft hinsichtlich der Gesamtkalkulation gewisse Kostenbestandteile und die eigene Gewinnerwartung einrechnen müsse, die bei einer Kreditfinanzierung so nicht anfallen. Bei der Auswahl der Leasinggesellschaft sollten Gründerinnen und Gründer sorgfältig vorgehen. "Viele Hersteller und Endverkäufer bieten das Leasing als Vertriebsleasing an, da sie am Verkauf der eigenen Produkte interessiert sind. Hier kann man sich Angebote einholen und durchaus zu sehr günstigen Konditionen Gegenstände leasen", rät Ralf Stolarski. Ein Vergleich zwischen Leasingrate, Vertragslaufzeit, Restwert und Vertragsart lohnt sich, denn nicht immer ist der Leasingvertrag mit der niedrigsten Leasingrate der günstigste. Neben der Höhe der Leasingraten müssen auch die übrigen Bedingungen (Abrechnung nach Ablauf der Laufzeit, Kosten bei vorzeitigem Abbruch des Vertrags usw.) und Serviceleistungen der Gesellschaften geprüft werden. Gerade Leasinggesellschaften, die auf Kleinstleasing spezialisiert sind, haben hierfür spezielle Ablaufverfahren entwickelt und können deshalb günstige Konditionen anbieten. Ralf Stolarski: "Diese Leasinggesellschaften haben auch sehr oft einen so genannten Leasing-Shop. Dabei handelt es sich um gebrauchte Leasinggegenstände, die beispielsweise aus ausgelaufenen Leasingverträgen stammen." Es lohnt sich also, danach zu fragen. Übrigens: Auch bei Leasingfinanzierungen kommt es auf die Bonität des Kunden an.  

 

 

Quelle: http://www.existenzgruender.de

 

(E.S.)

 

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