News vom 18.01.11

FACTORING

Als Factoring bezeichnet man gemeinhin den Aufkauf von Forderungen, die Unternehmen aufgrund von Lieferungen (Leistungen und/oder Waren) an Kunden haben. Diese Forderungen (Rechnungen) werden von spezialisierten Anbietern aufgekauft und durch diese verwertet.

Der Sinn dieses Forderungsverkaufs besteht für das verkaufende Unternehmen in der Schaffung kurzfristiger Liquidität –beispielsweise um Lieferanten zu bezahlen und Skonti zu ziehen-, sowie der Absicherung gegen Zahlungsausfälle.

Wer seine Forderungen an eine Factoringgesellschaft verkauft, erhält sein Geld in der Regel binnen zweier Werktage nach Rechnungsstellung und kann durch die gewonnene Liquidität beispielsweise neue Aufträge vorfinanzieren. Darüberhinaus entlastet Factoring somit die Unternehmensbilanz, in der Folge steigt die Eigenkapitalquote folglich verbessert sich die Bonität und das Unternehmen steigt im Rating seiner Hausbank. Dies wiederum schafft Spielraum für die Verhandlung von Kreditkonditionen etc…

Soweit die Theorie, ob sich ein Factoring für den Forderungsveräussernden tatsächlich rechnet hängt natürlich, wie das meiste im Leben, vom Einzelfall ab.

Factoringgesellschaften verlangen selbstverständlich Gebühren (um die 3,5% des Rechnungsbetrages), es sind grundsätzlich alle Forderungen abzutreten, nicht nur die schwieriger Zahler, der dokumentarische Aufwand für den Veräußernden ist nicht zu unterschätzen, die Außenwirkung auf gute Kunden ist zu beachten und dies sind nur einige der zu berücksichtigenden Aspekte.

Im Prinzip lohnt sich ein Factoring nur für ein Unternehmen mit einem recht großen Kundenkreis und einem hohen Rechnungsausstoß(beispielsweise ein Handelsunternehmen), sodass die anfallenden Kosten mit einem hohen buchhaltungsorganisatorischen Aufwand, einem hohen Mahnaufwand, einem aufwändigen Debitorenmanagement und hohem Ausfallrisiko verrechnet werden können.

In allen anderen Fällen steht man sich mit dem Gewähren von Skonti und/oder einer belastbaren Kontokorrentlinie (trotz der gegenwärtigen Zinssätze!!!) günstiger.

Sollten Sie dennoch über ein Factoring nachdenken, beauftragen Sie einen unabhängigen und kostenpflichtigen Factoringbroker mit der Suche nach einem geeigneten Factoring-Partner für Ihr Unternehmen. Lassen Sie sich von diesem Broker schriftlich zusichern, dass er keinerlei Provisionen von Factoringgesellschaften für Vertragsvermittlungen o.ä. erhält. Der Broker sollte zunächst eine Vorabanalyse durchführen und anschließend ein Angebot erstellen.

Achten Sie dann –bei einem eventuellen Abschluss eines Factoring-Vertrages- unbedingt auf die sogenannte Delkredere-Funktion, die die uneingeschränkte Haftung der Factoringgesellschaft bei Forderungsausfällen gewährleistet, sowie einen übersichtlichen und verständlichen Vertragsaufbau. Verträge mit dutzenden Seiten an Kleingedrucktem sollten sie misstrauisch machen.
Seien Sie darüber hinaus wachsam, was die Zahlungsmodalitäten und –Moral eines beauftragten Factorers anbelangt, auch Factoringgesellschaften sind schon insolvent gegangen.

Was im Umkehrschluss allerdings nicht heißt, dass Sie unbedingt auf einen 'namhaften' Anbieter zugreifen sollten. Gerade im Bereich mittelständischer Anbieter gibt es Gesellschaften, die wesentlich besser auf die Belange kleiner und junger Unternehmen einzugehen in der Lage sind, als dies standardisierte Großanbieter oftmals können, deshalb bitte unbedingt auf einen unabhängigen Vermittler zugreifen.

 

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