News vom 18.01.11

LEASING

Leasen will überlegt sein!!!
Das Leasing hat sich in den letzten Jahren auch in kleinen Firmen als eine beliebte Form der liquiditätsschonenden Investitionsfinanzierung etabliert.
Da aber die allerwenigsten von uns Flugzeugflotten oder dutzende von LKW betreiben, will diese Finanzierung, wie alle anderen auch, im Anwendungsfall auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden. Gehen wir hierbei von den beiden Standardsituationen eines KMU aus, als da wären die Finanzierung eines Firmenfahrzeugs und die Finanzierung von IT-Hardware, so ist in beiden Fällen zunächst einmal die Mengenfrage zu klären. Trage ich mich beispielsweise mit dem Gedanken einen einzelnen Rechner anzuschaffen und weil mir die Zahlung auf einen Schlag momentan nicht möglich erscheint,  es obendrein 'schnell' gehen muss, diesen via Leasing zu finanzieren, ist die Antwort schnell mit "Quatsch" gegeben. Ähnlich verhält es sich bei der Finanzierung eines einzelnen Firmen-Kfz. In beiden Fällen ist nämlich die Frage zu stellen, ob der betriebswirtschaftliche Effekt der direkten monatlichen steuerlichen Geltendmachung der jeweiligen Leasingrate und die erhoffte Liquiditätsschonung beispielsweise einem Mietkauf gegenüber tatsächlich in einen positiven Saldo drehen. Darüberhinaus ist grundsätzlich die Frage zu stellen, ob in der Gründungs- und Aufbauphase nicht auf die Anschaffung eines Neufahrzeugs verzichtet werden sollte. Schneller als mit dem Kauf eines neuen Autos kann man Geld eigentlich nicht entwerten, bei einem Wertverlust von gut 20% mit Ausführung der Anmeldung braucht man sich über eine Inflationsrate von 1,5-2,0% nicht wirklich aufzuregen. Der Gebrauchtwagenmarkt gibt eine gigantische Auswahl an hervorragenden, auch repräsentativen Fahrzeugen her, die sich über Ratenverträge finanzieren lassen, darüber hinaus sind jetzt auch gebrauchte Investitionsgüter mit in die Abschreibung zu nehmen. Der Erwerb eines Gebrauchtfahrzeug hat dem Leasing eines Neufahrzeuges gegenüber mindestens zwei gravierende Vorteile:

1. Ein Leasing wird stets als Fremdkapital bilanziert. Im Falle eines Autos ist dies ein sehr teures Fremdkapital, weil ein Kfz –es sei denn Sie betreiben ein Fuhrunternehmen- es immer schwer haben wird sich 'bezahlt' zu machen. Sie haben folglich, in der Betrachtung des Kreditunternehmens Ihres Vertrauens, recht teures Fremdkapital in Ihrer Bilanz stehen. In Zeiten obskursten Scoring-Gebarens auf Seiten der Finanzindustrie, kein zu vernachlässigender Aspekt.
Etwas anders verhält es sich, wenn Sie das Leasing über Ihre Hausbank laufen lassen, da müssen Sie dann aber erst einmal einen Hersteller finden, der sich auf dieses Procedere einlässt.

2. Ist ein Leasing abgelaufen, geben Sie das Fahrzeug zurück und haben außer Kosten nichts produziert. Befinden Sie sich nicht in der glücklichen Lage permanente massive Überschüsse zu erwirtschaften, kann dies unschöne Recheneffekte zur Folge haben.
Kaufen Sie das Fahrzeug hingegen, können Sie nach Zahlung des Kaufpreises, bzw. der letzten Rate den Zeitwert des Fahrzeugs in Ihre Strukturbilanz aufnehmen und so in Ihr Eigenkapital einfließen lassen.
Darüberhinaus sind sämtliche Reparatur- und Ersatzteilkosten eines Fahrzeugs in Ihrem Betriebsbesitz als Betriebskosten geltend zu machen und die Vorsteuer dieser Rechnungen ist voll zu ziehen. Dies muss, je nach Ausgestaltung, nicht bei jedem Leasingvertrag der Fall sein.

Sollten Sie sich dennoch für einen KFZ-Leasingvertrag entscheiden, schließen Sie bitte NIEMALS einen Restwertvertrag, sondern stets einen Kilometervertrag ab und erkundigen Sie sich bitte vorab bei Ihrem/r SteuerberaterIn, ob die vereinbarten Raten bzgl. der vertraglichen Gestaltung auch wirklich voll abzugsfähig sind.
Sollte Ihnen dennoch ein für Sie unwiderstehliches Restwertangebot gemacht werden, was in der momentanen Marktsituation, die durch einen massiven Nachfragerückgang bei Neufahrzeugen gekennzeichnet ist, durchaus der Fall sein kann, stellen Sie bitte sicher, dass das RESTWERTRISIKO beim Leasinggeber, Hersteller oder Händler verortet ist und auf gar keinen Fall bei Ihnen als Leasingnehmer.

Im Falle eines Computerleasings schauen Sie sich bitte den Leasingvertrag genau an, oftmals ist dieses Geräteleasing ein 'getarnter' Mietkauf, der bewirkt, dass Sie die Monatsrate voll geltend machen können und das Gerät nicht in die Abschreibung nehmen müssen. Sollte sich die abschließende 'Übernahmerate' nach Ihrem Dafürhalten rechnen, wäre ein solcher 'Leasingkauf' als recht sinnvoll anzusehen.

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